Rosa Marx

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Bertha, Rosalie, Johanna und Lina Rosenhelm um die Jahrhundertwende
Marx, Rosalie ("Rosa") geb. Rosenhelm
Nachname:  Marx Vorname(n):  Rosalie ("Rosa")
Geburtsname:  Rosenhelm Geburtstag:  07.01.1875 Geburtsort:  Krombach
Wohnort(e):  Krombach Beruf(e):  Kauffrau
Religion:  jüdisch
Fluchtziel(e):  Amsterdam, Niederlande Deportationsdatum:  20.07.1943
Haftort(e):  Westerbork (bis 20.07.1943); Sobibor
Todesdatum:  23.07.1943 Todesort:  Sobibor

Marx, Rosalie ("Rosa") geb. Rosenhelm wurde am 07.01.1857 in Kreuztal-Krombach geboren.

Biografie: Dem Handelsmann Benjamin Rosenhelm (bis 1846 Nachname Moses) und seiner Frau Nettchen wurden in Krombach vier Töchter geboren. Drei von ihnen heirateten angesehene Kaufleute: Bertha den in Linden/Ruhr wohnenden Max Salomon (1867-1932), Lina den Kaufmann Eduard Herrmann (1874-1940) und Rosa(lie) den Kaufmann Michel Marx (1871-1934). Letztere bauten in Siegen Konfektionsgeschäfte auf, die über das Siegerland hinaus bekannt wurden.
Rosa(lie) Marx hatte sich bereits am 3. September 1936 nach Amsterdam abgemeldet. Sie folgte ihren beiden Söhnen Artur und Berthold, die bereits ein Jahr zuvor dorthin gezogen waren. Mit der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen gelangten die ins Nachbarland geflohenen deutschen Juden wieder in die Hände ihrer Vertreiber und Verfolger. Die drei Schwestern aus Krombach wurden im Sommer 1943 im Lager Westerbork interniert. Am 20. Juli 1943 verließ der Zug das Lager in Richtung Sobibor. Drei Tage später wurden sie dort vergast.

Weitere Informationen zur Familie:

Die Schwesere Johanna Rosenhelm, ledig, blieb im Haushalt ihrer Eltern, um diese zu unterstützen. Nach deren Tod eröffnete sie 1913 ein kleines Textil- und Manufakturwarengeschäft in Krombach im Haus Nr. 50. Dieses Geschäft konnte sie bis nach dem Novemberpogrom 1938 führen. Nach erzwungenem Verkauf von Grundstück und Geschäft floh Johanna Rosenhelm am 19. Dezember 1938 nach Amsterdam zu ihrer Schwester Rosa(lie) und wurde von dort deportiert.

Die Schwester Bertha Salomon war am 16. September 1937 mit ihrem Sohn Gottfried (1901-1943) in die Niederlande geflüchtet. Sie lebten in Hilversum und wurde von dort deportiert.

Rosa Marx Söhne Berthold und Artur wurden beide aus Holland deportiert und 1943 in Auschwitz getötet.

Klaus Dietermann, 2013
Fotoquelle: Archiv AMS
Quellenangabe: GB BA Berlin; Thiemann, Walter: Von den Juden im Siegerland, Siegen 1968; In Memoriam, Den Haag, 1995, S. 488 Dietermann, Klaus: Jüdisches Leben in Stadt und Land Siegen, Siegen 1998; Pfau, Dieter: Die Geschichte der Juden im Amt Ferndorf (1797-1943), Bielefeld 2012
Verlegedatum Stolperstein: 24.06.2013
Verlegeort Stolperstein: Kölner Straße 11, Siegen

Educache "Auf den Spuren der Siegener GeStPo" Jugendparlament der Stadt Siegen, verantw. Stadtjugendring Siegen e.V.